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PTA News: Lichen sclerosus: Wenn chronischer Juckreiz kein Pilz ist – was PTAs wissen sollten

Lichen sclerosus (LS) ist eine chronisch-entzündliche, nicht infektiöse Hauterkrankung, die überwiegend die Vulva und den Analbereich betrifft. Typisch sind weißliche, pergamentartige Hautveränderungen mit Sklerosierung und Atrophie. LS gilt als Autoimmunerkrankung und ist häufig mit anderen Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, Vitiligo oder Alopecia areata vergesellschaftet. Die Erkrankung ist nicht heilbar, kann aber bei frühzeitiger und konsequenter Therapie gut kontrolliert werden.

Lichen sclerosus kann in jedem Alter auftreten. Die Prävalenz eines LS an der Vulva steigt jedoch mit zunehmendem Alter. Die tatsächliche Prävalenz ist unbekannt und wird oft unterschätzt, da LS häufig nicht erkannt oder fehlgedeutet wird. Schätzungen zufolge sind etwa 0,1 % der präpubertären Mädchen und bis zu 3 % über 80 jährigen Frauen betroffen. In einer spezialisierten gynäkologischen Praxis wurde die Prävalenz sogar mit bis zu 8 % beziffert. LS ist ebenfalls eine fakultative Präkanzerose. Das Risiko für die Entwicklung eines Vulvakarzinoms ist erhöht, kann jedoch durch leitliniengerechte Therapie reduziert werden.

Klinisch stehen anhaltender Juckreiz und Einrisse, Brennen, Wundheitsgefühl und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr im Vordergrund. Bis zu 40 % der Patientinnen haben jedoch keinen Juckreiz, was die korrekte Diagnosestellung wiederum erschwert. Viele Frauen berichten zusätzlich über Blasen- und Darmbeschwerden sowie chronische Vulvaschmerzen. Im Verlauf der Erkrankung führen Atrophie und Sklerosierung zu architektonischen Veränderungen der Vulva (Schrumpfung/Resorption der kleinen Labien, „buried clitoris“, Introitusstenose). Studien zur Lebensqualität betroffener Frauen zeigen eine deutliche psychische Belastung, Angst vor Krebs, Einschränkungen bei Kleidung, Sport und Sexualität.

In der Praxis wird LS häufig über Jahre als „immer wiederkehrende Pilzinfektion“ oder unspezifische Dermatitis behandelt, bevor die richtige Diagnose in der gynäkologischen Praxis, gestellt wird. Für Patientinnen bedeutet das oft einen langen Leidensweg. In der Apotheke begegnet man diesen Frauen oft zuerst am HV-Tisch – etwa bei wiederholtem Wunsch nach Antimykotika oder Intimpflegeprodukten. Hier ist Sensibilität wichtig: Hinweise auf chronischen Juckreiz, Schmerzen, Hautveränderungen oder ausbleibende Besserung unter Selbstmedikation sollten Anlass sein, behutsam zu einer gynäkologischen oder dermatologischen Abklärung zu raten.

Therapeutisch empfiehlt die S3-Leitlinie „Lichen sclerosus“ als Goldstandard eine langfristige topische Therapie mit hochpotenten Glukokortikoiden (Klasse IV–III, z. B. Clobetasolpropionat oder Mometason). Üblich ist eine initiale „Stoßtherapie“ über etwa drei Monate mit anschließender lebenslanger Erhaltungstherapie ein- bis zweimal pro Woche, um Schübe zu verhindern und das Karzinomrisiko zu senken. Ergänzend wird eine konsequente Basispflege empfohlen, welche die Hautbarriere im Intimbereich und das subjektive Befinden der Patientinnen und somit deren Lebensqualität deutlich verbessern kann. Calcineurininhibitoren (Tacrolimus, Pimecrolimus) sind in der Zweitlinientherapie (Off-Label) bei Unverträglichkeit oder unzureichender Wirkung von Kortikoiden indiziert. Die Lasertherapie bietet eine zusätzliche Behandlungsoption für genitalen LS und kann – je nach individueller Situation – in Erwägung gezogen werden.

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Als Betroffene gibt sie Einblicke in ihre persönlichen Erfahrungen mit der Erkrankung und dem beschwerlichen Weg bis zur Diagnose.

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Literatur

1 Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), & Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG). (2025). S3-Leitlinie Lichen sclerosus (AWMF-Register-Nr. 013-105), Version 1.0, 06/2025. Gültig bis 15.06.2030.

2 Mendling, W. (2023). Lichen-Serie, Teil 1: Lichen sclerosus. FRAUENARZT, 64(12), 824–829.

3 Schnürch, H.-G. (2018). Im Niemandsland zwischen Dermatologie und Gynäkologie: Lichen sclerosus – unterdiagnostiziert und untertherapiert. hautnah dermatologie, 34(4), 50–58.

Stand 02/2026