Intimgeruch: Ursachen und Behandlung

Was Scheidengeruch über Ihre Gesundheit aussagt

Intimgeruch Frau

Jede Vagina hat ihren ganz eigenen Duft. Das ist völlig normal. Er braucht nicht überdeckt zu werden, gehört er doch zu Ihnen und Ihrem Körper. Trotzdem verunsichert der Intimgeruch viele Frauen von Zeit zu Zeit. Ist mein Scheidengeruch normal? Sollte ich im Intimbereich nicht lieber nach nichts riechen? Was kann ich tun, um einen veränderten oder ungewöhnlichen Geruch loszuwerden?

Tatsächlich kann unangenehmer Intimgeruch ein Anzeichen für eine Infektion sein, die von weiteren Symptomen begleitet werden kann – aber nicht muss. Unser Intimgeruch ist also auch durchaus nützlich, da er etwas über unsere Gesundheit verraten kann. Daneben gibt es auch unbedenkliche Ursachen für einen veränderten Duft im Schritt. Und dass eine Vagina per se nach Fisch riecht, ist ohnehin nur ein fieses Vorurteil.

In diesem Artikel erfahren Sie, warum die Intimregion überhaupt riecht, warum eine verstärkte Intimhygiene in den meisten Fällen die falsche Lösung ist und was Sie wirklich bei Intimgeruch tun können. Darüber hinaus erhalten Sie Tipps für die richtige Intimpflege und wir klären auf, welche unangenehmen Gerüche auf welche Probleme hindeuten.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Warum riecht der Intimbereich?
  2. Intimgeruch loswerden
  3. 6 Tipps gegen Scheidengeruch
  4. Ursachen für unangenehmen Intimgeruch
  5. Wann mit Intimgeruch zum Arzt?

Warum riecht der Intimbereich?

Milchsäurebakterien Scheide

Dass die Intimregion einen leichten Duft verströmt, ist ganz normal. Auch eine gesunde Vagina ist nicht geruchsneutral, sondern duftet meist leicht sauer wie z. B. Joghurt oder saure Milch und kann auch mal ins moschusartige gehen – dies vor allem bedingt durch Schweiß im Sommer oder nach dem Sport. Das liegt daran, dass der pH-Wert der Vagina zwischen 3,8 und 4,4 liegt. Damit ist sie also etwas saurer als beispielweise unsere Haut im Gesicht, an Armen oder Beinen und riecht deshalb auch anders.

Das saure Milieu wird durch Milchsäurebakterien (auch Laktobazillen oder Döderlein-Stäbchen genannt) gewährleistet. Sie sind Teil der natürlichen Scheidenflora. Beim Abbau von Zucker aus Zellen der Scheidenhaut produzieren sie Milchsäure und sorgen so dafür, dass sich keine unerwünschten Keime ausbreiten und Infektionen auslösen.

Studien zum Thema „normaler Intimgeruch“ kommen zu dem Schluss, dass dieser eine so breite Variation mit großen Unterschieden aufweist, dass eine eindeutige Definition sehr schwierig ist. Die Tatsache, dass sich der Intimgeruch innerhalb des Zyklus verändert, macht die Angelegenheit nicht einfacher. Eine Studie fand zum Beispiel heraus, dass der Scheidengeruch einer einzelnen Frau aus mehreren geruchsbildenden Anteilen zusammengesetzt ist. Sie fanden ca. 2.100 „Mini-Gerüche“ die zum individuellen Gesamtduft beitragen.

Intimgeruch loswerden: Vorsicht bei übertriebener Hygiene

Scheidengeruch vermeiden

Auch wenn ein leichter Vaginalgeruch vollkommen normal ist, stört er manche Frauen. Sie fühlen sich im Schritt nicht richtig sauber und führen den Geruch auf mangelnde Hygiene zurück. Das ist aber nur in den seltensten Fällen der Grund für Scheidengeruch.

Im Gegenteil kann sogar zu viel oder eine zu aggressive Intimpflege den unangenehmen Geruch auslösen oder verstärken. Das Waschen mit herkömmlicher, alkalischer Seife und stark parfümierten Produkten, wie Intimdeos oder feuchten Toilettentüchern können den Säureschutzmantel der Haut angreifen bzw. die Haut im äußeren Intimbereich reizen oder die Entstehung von Allergien fördern.

Scheidenspülungen, auch Vaginalduschen genannt, können eventuell geruchsverursachende Keime nicht vernichten aber die natürliche Besiedelung der Scheide mit Milchsäurebakterien stören. Dadurch kann das Gleichgewicht der Scheidenflora ins Wanken kommen und der pH-Wert ansteigen. Unerwünschte Bakterien haben leichteres Spiel, sodass Infektionen begünstigt werden, die neben anderen Symptomen auch von unangenehmem Intimgeruch begleitet werden können

Wenn Ihre Intimregion ungewöhnlich stark oder unangenehm zu riechen beginnt, könnte dies also ein Anzeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt. In diesem Fall sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen!

Was tun gegen Geruch im Intimbereich? 6 Tipps

Häufig hat ein leicht veränderter Scheidengeruch aber harmlose Ursachen. Es gibt verschiedene, ganz alltägliche und unbedenkliche Auslöser dafür, zum Beispiel:

  • Menstruation und Periode
  • Schwangerschaft
  • Wechseljahre
  • Kontakt mit Sperma
  • Intimpflegegewohnheiten
  • Ernährung und Diäten
  • starkes Schwitzen
    Intimgeruch loswerden

    Um einen übermäßigen Intimgeruch zu vermeiden oder zu reduzieren, können Sie in vielen Fällen selbst einiges tun. Zum Beispiel:

    1. Intimpflege: Verwenden Sie für den äußeren Intimbereich sanfte Produkte ohne Bleichmittel oder Farbstoffe. Milde Waschsubstanzen oder eine spezielle Intimwaschlotion, wie die von Vagisan, sowie Wasser genügen meist. Danach sanft trockentupfen. Intimdeos können durch das enthaltene Parfüm irritierend oder reizend wirken.
    2. Vaginalhygiene: Auch Scheidenduschen bzw. -spülungen sollten Sie meiden. Sie machen die Scheide nicht besonders sauber, wie man vielleicht denken könnte. Vielmehr stören sie die natürliche Scheidenbesiedelung mit Milchsäurebakterien und reizen die Scheidenschleimhaut.
    3. Scheidenflora unterstützen: Ist die Bakterienbesiedlung in Darm und Scheide aus dem Gleichgewicht geraten, können Sie die Balance mit sogenannten Probiotika wiederherstellen. Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die sich positiv auf die Bakterienzusammensetzung auswirken. Die Vaginalflora unterstützen und so Scheideninfektionen vorbeugen, können Sie zum Beispiel mit Vagisan Milchsäure, wenn noch genügen Milchsäurebakterien in der Scheide vorhanden sind. Mit Milchsäure erfolgt eine schnelle und effektive Ansäuerung des Scheidenmilieus mit Angleichung an den normalen pH-Wert der Scheide, sodass das Wachstum der Scheiden-typischen „guten“ Milchsäurebakterien unterstützt wird. Gleichzeitig wird die Vermehrung der „krankmachenden“ Erreger ausgebremst. Vagisan Milchsäure-Bakterien sollten Sie dann anwenden, wenn Ihre Scheidenflora nachhaltig gestört ist und diese neu mit Laktobazillen aufgebaut werden soll, um auch so Scheideninfektionen vorzubeugen.
    4. Bekleidung richtig wählen: Vermeiden Sie es, enge Kleidung zu tragen und schlüpfen Sie bestenfalls in Unterwäsche aus Baumwolle. Das Naturmaterial verhindert, dass sich Feuchtigkeit anstaut und lässt die Luft besser zirkulieren. Sie schwitzen also weniger und verhindern, dass unerwünschte Keime in dem feucht-warmen Klima übermäßig wachsen. Und: Unterwäsche täglich wechseln sowie nach dem Sport gleich aus den verschwitzten Klamotten raus!
    5. Während der Menstruation: Wechseln Sie Slipeinlagen, Tampons oder Periodentassen regelmäßig, damit sich krankmachende Keime darauf nicht vermehren. Das Menstruationsblut erhöht vorübergehend den pH-Wert in der Scheide, da Blut alkalisch ist. Diese Verschiebung wird normalerweise von unserem natürlichen Schutzsystem ausgeglichen. Bei Frauen, die zu wiederholten Scheideninfektionen neigen, funktioniert dieser Ausgleich möglicherweise nicht schnell genug und es kann nach der Periode zu einer erneuten bakteriellen Scheideninfektion kommen. Um schnell wieder den sauren pH-Wert der Scheide herzustellen und die vorhandene Scheidenflora so zu unterstützen, können Sie Vagisan Milchsäure direkt nach der Regelblutung anwenden.
    6. Beim und nach dem Sex: Auch der Kontakt mit Sperma kann Intimgeruch hervorrufen, da Spermien den sonst sauren pH-Wert der Scheide kurzfristig erhöhen. Benutzen Sie also entweder ein Kondom oder gehen Sie direkt nach dem Geschlechtsverkehr auf die Toilette. Wichtig: Kein parfümiertes Toilettenpapier zum Saubermachen des Intimbereichs verwenden, um Irritationen und Hautreizungen zu vermeiden! Auch nach dem Kontakt mit Sperma (wie Blut ebenfalls leicht alkalisch) kann die Anwendung von Milchsäure sinnvoll sein, um die Vagina schnell und effektiv wieder anzusäuern. Dies empfiehlt sich gerade für Frauen, die wiederholt von Scheideninfektionen betroffen sind.

    Unsere Empfehlung:

    Unangenehmer Geruch im Intimbereich: Die häufigsten Ursachen

    Ein ungewöhnlich starker oder unangenehmer Scheidengeruch kann jedoch auch durch eine Infektion ausgelöst werden, die behandelt werden muss. Hier erfahren Sie, welcher spezielle Geruch auf welche Ursache hindeuten kann.

    Fischiger Intimgeruch: bakterielle Vaginose

    Sollte die Intimregion mal fischig riechen, kann das auf eine Dysbalance der Scheidenflora hindeuten. Wenn das komplexe vaginale Gleichgewicht ins Trudeln gerät, vermehren sich schädliche Bakterien leicht(er). Das ist zum Beispiel bei der bakteriellen Vaginose der Fall. Diese kann dann auftreten, wenn die Milchsäurebakterien nur noch in reduzierter Anzahl vorhanden sind. Laktobazillen sind aber für das saure Milieu in der Vagina notwendig und sorgen für einen natürlichen Infektionsschutz. Eventuell vorhandene Krankheitserreger wachsen in einer sauren Umgebung nur schlecht oder gar nicht.

    Für die typisch fischige Ausdünstung bei einer bakteriellen Vaginose sind sogenannte Amine verantwortlich. Diese Verbindungen entstehen, wenn bestimmte Bakterien Aminosäuren zersetzen. Diese Reaktionen führen wiederum zu einem Anstieg des vaginalen pH-Wertes, bei dem die Amine gut wahrgenommen werden können und das Wachstum unerwünschter Keime weiter begünstigt wird.

    Der unangenehme Geruch kann durch die Menstruation oder nach dem Sex, da Blut und Sperma ebenfalls zu einer Erhöhung des vaginalen pH-Wertes führen können, verstärkt auftreten. Ungefähr die Hälfte der Betroffenen nimmt bei einer bestehenden bakteriellen Vaginose gar keine Beschwerden wahr. Als häufigstes Symptom tritt ein gräulich-weißer, dünnflüssiger manchmal auch schaumiger Ausfluss auf, der den typisch fischigen Geruch aufweist.

    Eine mikrobiologische Störung wie die bakterielle Vaginose ist allein anhand der Symptome nicht mit Sicherheit zu diagnostizieren. Bei einem Verdacht sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, der auch eine fachgemäße Behandlung mit z. B. Antibiotika oder Antiseptika veranlassen kann. Eine bakterielle Vaginose bedingt ein erhöhtes Risiko für aufsteigende Infektionen, denn ohne intakte Scheidenflora sind die natürlichen Abwehrmechanismen im Vaginalbereich geschwächt.

    Stechender, fischig-unangenehmer Geruch: Trichomoniasis

    Die Trichomoniasis ist eine sexuell übertragbare Infektion (STI). Ursache ist der Einzeller Trichomonas vaginalis, man spricht bei diesem Parasiten auch einfach von Trichomonaden.

    Bei Frauen äußert sich eine Trichomonaden-Infektion in einer Entzündung der Scheide (Kolpitis) oder auch der Harnröhre. Der stechende, scharfe, fischig-unangenehm riechende, grünlich-gelbe, zum Teil auch schaumige Ausfluss kann durch Reizungen auch eine starke Entzündung der Vulva (Vulvitis) verursachen. Die Scheide ist oft gerötet und geschwollen, das Wasserlassen und auch der Geschlechtsverkehr tun mitunter weh. Infizierte Männer spüren übrigens häufig keine Symptome, bei ihnen fühlen sich die Trichomonaden in der Harnröhre am wohlsten.

     Ammoniakgeruch: Harnwegsinfektion oder Harninkontinenz

    Der stechende Ammoniakgeruch, den Sie bei einer Harnwegsinfektion wahrnehmen können, entsteht, wenn Bakterien den Harnstoff im Urin zersetzen. Es ist also genaugenommen der Urin, nicht die Vagina, der in diesem Fall den Geruch verströmt. Auch bei einer Harninkontinenz können die hautreizenden Zersetzungsprodukte des Urins zur unangenehmen Geruchsbildung im Intimbereich beitragen und zu Irritationen der Haut führen.

    Metallischer Intimgeruch: Blutung, Menstruation

    Im Verlauf des weiblichen Zyklus verändert sich auch der Vaginalgeruch, was völlig normal ist. In der Zeit um den Eisprung (Ovulation) herum wird der Geruch oft als mild und angenehm beschrieben. Während der Periode dagegen kann sich das ändern.

    Schon kurz vor Ihrer Regelblutung bemerken Sie vielleicht einen leicht metallischen Duft. Der entsteht, weil sich dann oft schon etwas Blut in den Ausfluss mischt – und das enthält Eisen, welches den metallischen Geruch verursacht. Tritt die Blutung ein, verstärkt sich der Duft oft.

    Dass Periodenblut anders als z. B. das Blut aus einer Schnittwunde riecht, liegt übrigens daran, dass der Körper mit ihm zusätzlich Vaginalsekret und Gewebe der Gebärmutterschleimhaut ausscheidet. Also kein Grund zur Sorge. Ist während und nach der Periode jedoch verstärkt ein fischiger Geruch wahrnehmbar, kann das ein Zeichen für eine Dysbalance der Scheidenflora sein.

    Fauliger Geruch: vergessener Tampon

    Müffelt es im Genitalbereich faulig, kann es sich um einen vergessenen Fremdkörper handeln. Eventuell ist ein Diaphragma, Menstruationsschwamm oder ein Tampon in der Vagina in Vergessenheit geraten – oder steckt fest. Der Geruch entsteht, wenn Keime genügend Zeit haben, sich übermäßig zu vermehren.

    Bekommen Sie den Fremdkörper nicht allein wieder heraus, sollten Sie zu einem Arzt gehen. Der kann dann auch gleich schauen, ob sich eine Infektion gebildet hat.

    Süßlicher Intimgeruch: Ernährung

    Auch die Ernährung kann für einen veränderten Geruch der Intimregion verantwortlich sein. Meist ist es jedoch der Urin, der durch bestimmte Speisen wie z. B. Spargel, einen unangenehmen Duft annehmen kann.

    Schwerer, moschusartiger Geruch: Schweiß

    Wenn Sie in der Leistengegend und der Intimregion schwitzen, zum Beispiel beim Sporttreiben oder bei heißem Wetter, wirkt sich das eventuell auch auf den Intimgeruch aus. Vor allem, wenn Sie stark schwitzen, begünstigt das so entstehende feucht-warme Klima das Bakterienwachstum auf der Haut. Diese winzigen Organismen zersetzen den zunächst geruchlosen Schweiß, was erst den typisch unangenehmen Schweißgeruch entstehen lässt.

    Unauffälliger Intimgeruch bei verändertem Ausfluss: Scheidenpilz

    Bei einem Vaginalpilz vermehren sich Hefepilze übermäßig in der Scheide, wodurch sich diese entzündet. Manche Frauen sind dafür besonders anfällig, zum Beispiel solche, deren Immunsystem geschwächt ist, die ein Antibiotikum nehmen oder ein Kind erwarten.

    Typische Symptome eines Vaginalpilzes sind Juckreiz und Brennen im Intimbereich und neben der Scheidenschleimhaut ist häufig auch die Vulva gerötet. Oft begleitet ein vermehrter, weiß-gelblicher, krümeliger Ausfluss eine Scheidenpilzinfektion. Der Geruch ist jedoch unauffällig.

    Wann mit Intimgeruch zum Frauenarzt?

    Unangenehmer Geruch im Intimbereich Frauenarzt

    Besteht der Verdacht, dass der Auslöser des Scheidengeruchs eine Scheideninfektion, wie z. B. eine bakterielle Vaginose, eine Trichomoniasis oder eine andere Vaginalerkrankung ist, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, der dann gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung einleitet. Besonders weitere Beschwerden wie Brennen, Juckreiz oder Schmerzen in der Intimregion wie auch Fieber sollten als Warnsignal nicht ignoriert werden.

    Generell sollten Sie lieber die Finger von Hausmitteln wie Apfelessig, Teebaumöl und Co. lassen. Sonst kommt zum unangenehmen Geruch im Schritt vielleicht noch ein Hautausschlag oder fieses Jucken durch eine Reizung dazu.

    Unsere Empfehlung:

    Das könnte Sie auch interessieren:

    Scheidenpilz

    Eine Pilzinfektion im Intimbereich geht häufig mit Juckreiz, Brennen und Rötung einher. Hier erfahren Sie mehr über die Ursachen, Anzeichen und die Behandlungsmöglichkeiten von Scheidenpilz!