PTA NewsWas ist der Unterschied zwischen Milchsäure und Milchsäurebakterien?
Die meisten Frauen kennen wohl die lästigen Folgen, wenn die Vaginalflora aus dem Gleichgewicht gerät. Symptome wie Juckreiz, Brennen, ungewöhnlicher Ausfluss, Rötungen oder Schmerzen im Intimbereich lassen schnell vermuten, dass etwas nicht stimmt.
In der Selbstmedikation stehen grundsätzlich zwei Optionen zur Verfügung, um die Vaginalflora wieder in Balance zu bringen: Milchsäure oder Milchsäurebakterien. Beide werden zwar in der Nachbehandlung und Vorbeugung von wiederholten Scheideninfektionen eingesetzt, haben aber unterschiedliche Ansätze. Wann sollte also zu welchem Präparat gegriffen werden?
Milchsäure
Zur Unterstützung der noch vorhandenen Scheidenflora
Sind die eigenen Milchsäurebakterien noch in ausreichender Menge in der Scheide vorhanden, unterstützt die direkte Ansäuerung des Scheidenmilieus durch Milchsäure das Wachstum der Milchsäurebakterien, und hilft der Vermehrung pathogener Bakterien entgegenzuwirken.
- Milchsäure kann deshalb vorbeugend bei Neigung zu wiederholten bakteriellen Scheideninfektionen mit „fischig“ riechendem Ausfluss, der sogenannten bakteriellen Vaginose, eingesetzt werden:
- nach der Menstruation (da Blut alkalisch ist)
- nach dem Intimverkehr (da Sperma alkalisch ist)
- Da sich besondere hormonelle Situationen auch auf das Scheidenmilieu auswirken können, ist die Erhaltung eines sauren pH-Wertes durch Milchsäure hilfreich:
- während der Schwangerschaft, um das erhöhte Frühgeburtsrisiko durch eine bakterielle Vaginose zu verhindern
- während der Stillzeit
- bei Einnahme der „Pille“
Die Vaginalzäpfchen von Vagisan Milchsäure sind beispielsweise gut verträglich und können auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit angewendet werden.
Milchsäurebakterien
Zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau der Scheidenflora
Milchsäurebakterien und die von ihnen produzierte Milchsäure stellen also zusammen mit einer gesunden Vaginalschleimhaut einen natürlichen Infektionsschutz dar.
Ist die Scheidenflora nachhaltig gestört (nach Antibiotikaeinnahme, antibiotischer/antiseptischer vaginaler Behandlung) oder sind die eigenen Milchsäurebakterien nicht in ausreichender Menge vorhanden und muss die Scheidenflora daher wiederaufgebaut werden, ist die Anwendung von Milchsäurebakterien richtig.
- Durch die Einnahme von Antibiotika oder die vaginale Anwendung von Antibiotika / Antiseptika bei Scheideninfektionen können die eigenen Milchsäurebakterien abgetötet werden.
- Beginnen Sie erst am letzten Tag der Antibiotikagabe mit der Anwendung von Milchsäurebakterien, da diese gegenüber einigen Antibiotika empfindlich sind.
- Als Nachbehandlung von wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen: Um das Ungleichgewicht der Scheidenflora auszugleichen, damit Pilze nicht erneut überhandnehmen können, ist die Anwendung von Milchsäurebakterien sinnvoll.
- Sie können mit der Anwendung von Milchsäurebakterien erst am letzten Tag oder auch schon während der Behandlung mit dem Antimykotikum beginnen, da Milchsäurebakterien gegenüber Antimykotika nicht empfindlich sind.
- Frauen während und nach den Wechseljahren haben aufgrund des Estrogenabfalls weniger Glykogen, was die Nahrung der Milchsäurebakterien ist, wodurch in der Regel weniger Milchsäurebakterien in der Vagina existieren. Ein Estrogenabfall kann auch durch andere Umstände eintreten, z. B. als Nebenwirkung einer Krebsbehandlung. Die Folge: Der pH-Wert in der Scheide steigt und unerwünschte, potenziell krankmachende Erreger können sich über ein gesundes Maß hinaus vermehren.
- Daher wird hier die Anwendung von Milchsäurebakterien gegenüber Milchsäure bevorzugt.
Die Vagisan ProbioFlora Milchsäure-Bakterien beispielsweise enthalten zwei verschiedene Stämme, die auch bei Frauen in der gesunden Scheidenflora vorkommen: Lactobacillus gasseri (Stamm DSM 14869) und Lactobacillus rhamnosus (Stamm DSM 14870). Diese liegen in den Vaginalkapseln in gefriergetrockneter Form vor und werden nach dem Auflösen der Kapsel in der Scheide freigesetzt, wo sie durch die Scheidenflüssigkeit zum Leben „erwachen“. Nach dem Anhaften an den Scheidenhautzellen starten sie mit der Milchsäureproduktion, L. gasseri produziert darüber hinaus Wasserstoffperoxid (H2O2).
Anwendungsübersicht
Milchsäure oder Milchsäurebakterien?
Vorsorge
Vagisan Milchsäure
- Zur Unterstützung der vorhandenen Scheidenflora z.B. nach Menstruation, Intimverkehr oder Schwangerschaft
- Mit Milchsäure
- Normalisiert & stabilisiert den vaginalen pH-Wert
- Schnelle, effektive Ansäuerung
- Geeignet während der Schwangerschaft
- Zur Langzeitbehandlung geeignet
- Zäpfchen zur vaginalen Anwendung
- Medizinprodukt
Nachsorge
Vagisan ProbioFlora Milchsäure-Bakterien
- Zur Normalisierung der gestörten Vaginalflora nach Antibiotikabehandlung einer bakteriellen Vaginose (bakterielle Scheideninfektion)
- Mit 2 patentierten Milchsäurebakterienstämmen
- Unterstützung des Infektionsschutzes der Scheide
- Probiotisches Arzneimittel
- Verwendung 6 bis 8 Tage
- Hartkapseln zur vaginalen Anwendung
- Arzneimittel
Tägliche Unterstützung
Vagisan Milchsäurebakterien mit Biotin
- Zur Gesunderhaltung der Vaginalschleimhäute bei besonderer Belastung wie z.B. bei Stress, Schwangerschaft oder Medikamenteneinnahme
- Mit essenziellem Vitamin Biotin & mit 2 gut untersuchten Milchsäurebakterienstämmen
- Vegan, gluten- und laktosefrei
- Geeignet während der Schwangerschaft
- auch während der Periode anwendbar
- Zur Langzeitbehandlung geeignet
- Hartkapseln zur oralen Einnahme
- Nahrungsergänzungsmittel
Weitere Beratungshinweise
- Vaginale Präparate nicht während der Periode anwenden, die Anwendung ggf. unterbrechen oder nach der Monatsblutung beginnen
- Anwendung vaginaler Präparate bevorzugt abends vor dem Schlafengehen: tief in die Scheide einführen, evtl. Slipeinlage tragen
- Fetthaltige Zubereitungen, wie z. B. Zäpfchen können die Sicherheit von Kondomen beeinträchtigen
- Während Milchsäure in der Prophylaxe 1 x postkoital/postmenstruell oder 2-3 x pro Woche angewendet werden kann, ist es bei der Anwendung von Milchsäurebakterien sinnvoller, sie in der „Masse“ in die Scheide einzubringen, also an 8-10 aufeinanderfolgenden Abenden
Quellen:
Mendling W. Milchsäure und Milchsäurebakterien bei rezidivierenden Scheideninfektionen. Frauenarzt 2010; 51: 446-453
Pflichttext:
Vagisan ProbioFlora Milchsäure-Bakterien. Wirkstoffe: Lactobacillus gasseri, Stamm DSM 14869 (gefriergetrocknet, lebend), Lactobacillus rhamnosus, Stamm DSM 14870 (gefriergetrocknet, lebend). Zusammensetzung: 1 Hartkapsel enthält 400 mg Pulver mit mindestens 108 KBE (Koloniebildende Einheiten) Lactobacillus gasseri, Stamm DSM 14869 (gefriergetrocknet, lebend) und mindestens 108 KBE Lactobacillus rhamnosus, Stamm DSM 14870 (gefriergetrocknet, lebend). Sonstige Bestandteile: Kapselinhalt: Lactitol, Maisstärke, Xanthangummi, Glucose, Magnesiumstearat. Kapselhülle: Gelatine, Titandioxid. Anwendungsgebiete: Zur Normalisierung der gestörten Vaginalflora nach Antibiotikabehandlung einer bakteriellen Vaginose; zur Aufrechterhaltung der normalen Vaginalflora bei wiederkehrenden vaginalen Infektionen. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Laktobazillen (Milchsäurebakterien, wie z.B. Lactobacillus gasseri oder Lactobacillus rhamnosus) oder einen der sonstigen Bestandteile. Das Arzneimittel sollte während der Menstruation nicht angewendet werden. Nebenwirkungen: Nicht bekannt: Brennen, Juckreiz oder Rötung im Intimbereich, Vaginalausfluss.
Dr. August Wolff GmbH & Co. KG Arzneimittel, Sudbrackstraße 56, 33611 Bielefeld. Stand 03/2022.
Stand 08/2023