Wie entstehen Rasierpickel?

Die meisten Frauen, die sich im Intimbereich rasieren, werden vermutlich schon Bekanntschaft mit ihnen gemacht haben: juckende Papeln, Pusteln bis hin zu postinflammatorischer Hyperpigmentierung – Rasierpickel sehen nicht nur unschön aus, sondern sind oft lästig, schmerzhaft oder jucken.

Was ist eine Pseudofollikulitis?

Die Intimrasur ist eine beliebte Methode der Haarentfernung

Bei Rasierpickeln, die auch als Pseudofolliculitis barbae (PFB) bezeichnet werden, handelt es sich um eine Entzündung des Haarfollikels und der umgebenden Haut, die durch ein unter der Hautoberfläche eingeschlossenes Haar verursacht wird. Der Unterschied zur Follikulitis, einer Entzündung des Haarfollikels aufgrund einer Infektion, ist, dass die Pseudofollikulitis primär nicht durch eine Infektion verursacht wird. Da Rasierpickel typischerweise bei Männern beobachtet werden, die sich das Gesicht, den Hals- oder Nackenbereich rasieren, erhielten sie den Zusatz barbae (von barba: lateinisch für Bart).1

Nicht zu verwechseln sind Rasierpickel mit Rasurbrand: Dieser entsteht nach der Rasur, unabhängig von eingewachsenen Haaren, durch die Reizung der Haut und zeigt sich als gerötete, empfindliche oder sogar angeschwollene Hautstelle. Im Gegensatz zu den Rasierpickeln verschwindet er meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach der Rasur.2

Wer ist von Rasierpickeln betroffen?

Die Problematik der Rasierpickel beginnt in der Pubertät, in der es zum Wachstum der Sekundärbehaarung kommt (Bart-, Achsel-, Schambehaarung).2 Auch wenn die Problematik bisher am häufigsten für die Bartregion beschrieben wurde, können alle andere Körperregionen, die enthaart werden – und das natürlich auch bei Frauen – genauso betroffen sein. Am stärksten ist dies bei Personen mit stark gekräuseltem bzw. lockigem, dickem Haar der Fall. Helle Hauttypen mit glattem Haar bleiben hingegen eher verschont.3

Wie kommt es zur Entstehung von Rasierpickeln?

Rasierpickel entstehen durch eingewachsene Haare, die anschließend eine Fremdkörperreaktion auslösen. Erleichtert wird das Eindringen der Haare in die umgebende Haut durch die Rasur, denn hierdurch entstehen an der Schnittstelle scharfe Kanten, bzw. Haarspitzen, die die Haut leicht penetrieren können.

Gemeinsam ist allen Entstehungsarten die entzündliche Fremdkörperreaktion, die durch das eingewachsene Haar ausgelöst wird und schließlich zu den Pickeln und Pusteln führt. Kulturen der Rasierpickelinhalte haben sich jedoch meist als steril erwiesen, sodass Infektionen primär keine Rolle spielen. Das Krankheitsbild kann sich aber durch bakterielle Sekundärinfektionen oder postinflammatorische Komedonenbildung verkomplizieren.4 Der Entzündungsprozess kann schließlich zur Hyperpigmentierung der betroffenen Hautstellen sowie über eine Fibrose (Zunahme von Bindegewebe- und Kollagenfasern) zur Narbenbildung führen.3

Die eingewachsenen Haare, als Ursache der Fremdkörperreaktion, können auf mindestens zwei verschiedene Arten entstehen:

  • Extrafollikuläre Penetration:
    Die scharfe Spitze des rasierten Haares schafft es zwar aus der Haut heraus zu wachsen, dreht sich aber, wenn das Haar sehr kraus oder gelockt ist, wieder in Richtung Haut und dringt 1-2 mm von seiner Austrittsstelle (der Follikelöffnung) erneut in die umgebende Haut ein.3

  • Transfollikuläre Penetration:
    Hier erreicht das scharf abgeschnittene Haar die Hautoberfläche gar nicht erst, sondern durchdringt stattdessen die Follikelwand und gelangt somit in die umgebende Dermis. Ursache ist oft der Versuch, das Haar bei der Rasur möglichst dicht an der Hautoberfläche zu erwischen, wofür viele Frauen die Haut spannen. Sobald nach der Rasur losgelassen wird, zieht sich das nun sehr kurze Haar bis unter das Hautniveau zurück und kann mit seiner scharfen Spitze in das umliegende Gewebe eindringen. Auch bei einer Rasur gegen die Wuchsrichtung der Haare kann dies passieren.2,3

Entstehung von Rasierpickeln

Schon gewusst? Mit der steigenden Beliebtheit der Mehrfachklingen-Rasierer nahm übrigens die Prävalenz der Rasierpickel deutlich zu, da die Haare hier besonders eng an der Hautoberfläche abgeschnitten werden.2,3

Beratungstipps bei Rasierpickeln:

VagisanCare Dusch-Schaum und VagisanCare Shaving-Balsam

Da es sich meistens um einen chronischen Verlauf handelt, sollte das Hauptaugenmerk auf der Vorbeugung von Rasierpickeln liegen:

  • Insbesondere wird eine Feucht- anstatt Trockenrasur empfohlen, um ein zu kurzes Abschneiden der Haare zu verhindern.
  • Außerdem empfiehlt es sich, die Haut für die Intimrasur zu präparieren: Pflege-Produkte speziell für den Intimbereich, wie zum Beispiel Rasierschaum, können die Schamhaare durch die in den Produkten enthaltene Feuchtigkeit weicher machen, die Klinge geschmeidiger gleiten lassen und dadurch verhindern, dass die Haut durch die Rasur übermäßig gereizt oder verletzt wird. Hierbei kann der VagisanCare Dusch-Schaum helfen, der auch zur Intimrasur verwendet werden kann.
  • Um die Bildung der Rasierpickel zu verhindern, können Präparate mit sogenannten Keratolytika wie Alpha- (Glycolsäure) oder Beta-Hydroxysäuren (Salicylsäure) eingesetzt werden.3,5 Glycolsäure, wie beispielsweise im VagisanCare Shaving-Balsam enthalten, kann nicht nur die obersten abgestorbenen Hautschichten ablösen, sondern die Krümmung des Haares etwas verringern. Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit für dessen Wiedereintritt in die Haut.
  • Weitere wertvolle Tipps für Ihre Kundinnen finden Sie auf unserer Ratgeberseite zur perfekten Intimrasur.

Sind die Rasierpickel bereits entstanden, sollte das Problem ernst genommen werden, da es für die Betroffenen eine erhebliche, nicht nur kosmetische, Beeinträchtigung darstellt. Neben dem Selbstbewusstsein kann auch die Lebensqualität leiden – gerade, wenn sichtbare Hautstellen betroffen sind.2 Hier steht die Behandlung von Rasierpickeln im Vordergrund:

  • Bei schweren Fällen mit akuten Entzündungen sollte die Rasur für eine Weile pausiert werden, da sie zu weiteren Irritationen führen kann.2,3
  • Da es sich primär nicht um eine infektiöse Entzündung handelt, sollten lokale Antibiotika nur bei bakteriellen Sekundärinfektionen zum Einsatz kommen.
  • Bei sehr schweren Verläufen kann der Dermatologe auch kurzzeitig Kortikosteroide zur Entzündungsreduktion, Benzoylperoxid oder
    Retinoide empfehlen. Sogar der Einsatz von oralen Antibiotika kann erforderlich sein.2

Literatur: 

  1. Patient Information Leaflet Pseudofolliculitis of the British Association of Dermatologists, updated 2016. https://www.bad.org.uk/for-the-public/patient-information-leaflets 
  2. Ogunbiyi. Clinical, Cosmetic and Investigational Dermatology 2019:12, 241-247. 
  3. Aguh et al. Fundamentals of Ethnic Hair. Springer International Publishing AG, 2017, Switzerland. 
  4. Wahlen et al. Aktuelle Dermatologie 2002:28(6), 196-198. 
  5. Nussbaum et al. Journal of Drugs in Dermatology 2019:18(3), 246-250. 
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